6. Januar 2012

Was war der Grund für den Anruf von Christian Wulff bei Kai Diekmann?



Abdruck eines Berichtes auf  »edomblog.wordpress.com«

Es ergibt nur wirklich einen tieferen Sinn, dass Wulff bei Chefredakteur Kai Diekmann anrief, wenn er Angst vor einer Story betreffend seiner Frau hatte. Alternativ wäre der Verlust des Kredites für Wulff ähnlich Schlimm, etwas ein Verlust seines Eigenheimes oder seine Frau würde ihn verlassen, wenn er finanziell weniger zu bieten hätte oder er bescheidener wohnen würde. Solche Ängste sind nicht unnormal. Läuft einem als Spitzen-Politker eine schöne Frau weg, ist das eine Katastrophe. Denn das gab es in der Bundesrepublik noch nicht: Scheidungen gab es, jüngere gab es, aber ein gehörnter Spitzenpolitiker ist bisher unbekannt in den klassischen Analen der Republik. Vielleicht wissen die Kenner das Geschichten aufzubieten. Ein verlassener Ministerpräsident oder Bundespräsidenten gab es noch nicht. Wäre Angela Merkel eigentlich dieses Risiko und Gefahr eingegangen. Warum gilt oder galt die Ehe von Christian und Bettina Wulff als so sicher? Oder hat man dies als unkalkulierbarem Faktor einkalkuliert?

Wollte Wulff im Medienhaus Springer die Meinung verbreiten, es könnte darum gehen, etwa um eine unwürdige Sex-Geschichte? Wulff muss sich davon einen Vorteil versprochen haben. Abgesehen davon hatte Wulff definitiv Angst vor einem „Bruch“! Das steht fest. Nebenbei hat es mit Dingen zu tun, die er politisch als Regierungschef in Niedersachen zu verantworten hat. Wulff weiß schon, was er alles auf dem „Kerbholz“ hat. Dieter Wonka kommentierte, jede Redaktion habe diverse Stories über Wulff. Als Ministerpräsident kann einiges zusammenkommen. Aber zurück vom Drohanruf von Wulff. Nachdem „BILD“ (nur) was mit dem Kreditvertrag abdruckte – und dies ging relativ früh online -, entschuldigte sich Wulff. Hier findet auch ein Abtasten und ein Nervenkrieg statt.

So könnte Wulff diesbezüglich dem Axel Springer Verlag auch mit Anzeige wegen Verunglimpfung des Bundespräsidenten gedroht haben. Auch hätte der Strafantrag eines Bundespräsidenten Gewicht gehabt. Wulff scheint hier schnell mit diesen Straftatbeständen dabei zu sein. Bei seinen eigenen Vergehen scheint Wulff die Sache deutlich großzügiger und gelassener zu sehen. Wenn Wulff das getan hat, dem Axel Springer Verlag mit der Bundesanwaltschaft und Generalbundesanwaltschaft, indirekt mit Durchsuchung und Beschlagnahmung gedroht hat, hat dies das Zeug zum Level der SPIEGEL-Affäre 1962. Es ist zu befürchten und nicht auszuschließen, dass Christian Wulff unter dem Einfluss von Lothar Hagebölling Wulff zu einer extrem überdrehten Rechtsauffassung bezüglich der Befugnisse des Bundespräsidenten gekommen ist.

Man hätte es ähnlich gemacht wie bei der CDU Affäre in Wolfsburg: Man geht mit der Landespolizei hin und nimmt das ganze Material einfach mit und hat es im Kasten.

Es ist nicht gesagt, dass es hier hierbei um eine bestimmte Art von Story betreffend seiner Ehefrau handelt. Eine (Ehe)Frau kann immer die Befürchtung von allen möglichen Dingen haben, die ans Licht kommen können. Bettina Wulff ist wichtiges symbolisches Kapital für Christian Wulff. Das ist auch politisch wichtig für ihn. Es ist unabhängig von Details natürlich, wenn ein Mann seine Ehefrau und Mutter seines Kindes zu schützen versucht. Nur darf auch ein Bundespräsident hier nicht die Grenzen von Recht und Gesetz überschreiten und schon gar eigene Sonderrechte des Bundespräsidenten auspacken. Wulff sprach nunmal von „Krieg führen“. Seine eigene Darstellung wurde eben bereits von „BILD“ zurückgewiesen. In jedem Fall musste Wulff auch wissen, was „BILD“ für Material hat. Politiker wie Wulff (und ihr Umfeld) sind Kontrollfreaks.

Es ist doch klar, weshalb Wulff als Ministerpräsident den Landtag – und damit auch einen Teil seiner eigenen Leute und der Partei – belügen müsste: Sonst wäre die gerade noch mal abgebogene und gedeckelte Sache mit dem Upgrade – und verbunden damit verbunden und angenehme und empfindliche Dinge wie Verstoß gegen Ministergesetz, Vorteilsannahme und Ermittlungsverfahren – wieder zum Thema geworden. Und das bedeutet immer den Ansatz und Beginn der Erosion von Macht und Autorität, von losgetretenen unberechenbaren Dynamiken. Wulff brauchte das Geld. Nach der Scheidung einer langen Ehe, galt es, sich zu einer neuen Frau zu bekennen und diese Dinge als langfristig gefestigt erscheinen zu lassen. Wulff war in Hannover bereits vom Dunst einer gewissen Amtsmüdigkeit umgeben. Sonst wäre ein weiterer Aufstieg, in die Bundespolitik und eine zukünftige Machtperspektive, auch die Position innerhalb der Bundes CDU – etwa im Falle einer erneuten Scheidung oder eine Trennung von seiner Frau – durch schlechte Vorzeichen erschwert worden. Wegen der bösen Gerüchte um das Vorleben und den früheren Lebenswandel seiner zweiten Frau Bettina, war dies umso notwendiger, auch äußere Zeichen einer Familiengründung durch Besitzerwerb und Sesshaftigkeit zu dokumentieren. Zumindest galt die flotte Bettina nicht als ein Kind von Traurigkeit. Unbeständigkeit, Wankelmütigkeit und Glücklosigkeit, so ganz ohne Fortune geht es schließlich nicht. Nach einigen Turbulenzen, war es nun von Gewicht, ein geordnetes Privatleben zu haben und berechenbar zu erscheinen. Mit dem Umzug nach Hannover konnte Wulff auch Osnabrück und die Vergangenheit der ersten, mühevollen politische Schritte und seine Familiengeschichte hinter sich lassen. Zumindest schien es so.

(Quelle: edomblog.wordpress.com)

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